Samstag, 29. Juni 2013

Tierisches Amerika

In den letzten Wochen sind wir von Texas nach Virginia gereist und haben uns langsam auch eingelebt (ab und zu denken wir noch mit Wehmut an Mexiko zurück...). Wir müssen immer wieder merken, dass in dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten, doch die einen oder anderen Einschränkungen bestehen... "Prohibited" lesen und hören wir des öfteren. Viele Regeln / Gesetze sind aber nicht wirklich sinnvoll, dafür um so unterhaltender :-)

Texas, Lone Star State
Echte Cowboys, Dr. Pepper (iiii, einmal und nie NIE wieder!!), BBQ und Geburtsort von 2 Präsidenten (was diesen State nicht wirklich sympathisch macht)


Sinnloses Gesetz:
Das Melken einer fremden Kuh ist verboten!



Riesige Onionrings









Texas hat eine turbulente Zeit hinter sich. Es gehörte schon zu Spanien, Frankreich, Mexiko, wurde dann eine Republik,  Mitglied der Konföderierten Staaten von Amerika während des Bürgerkrieges und gehört seit 1865 zu den Vereinigten Staaten.
Wir stellen uns den perfekten Texaner etwa so vor: Cowboystiefel, Jeans, kariertes Hemd, Cowboyhut und mind. eine Waffe am Körper und einen Gaul unter dem A... So weit entfernt liegen wir damit nicht :-) Aber ausser, dass wir sie wegen ihrer "ich-han-en kaugummi-i-de-schnorre-ussprach", nicht immer ganz verstehen, überrascht uns Texas mit seinen Einwohner sehr positiv!

Besuchte Städte:

Austin
Hier steht das grösste Kapitol der USA! (In Texas ist alles ein wenig grösser...!)
Am Abend warten wir gemeinsam mit vielen anderen Schaulustigen auf das Ausschwärmen der grössten urbanen Fledermauspopulation der Welt. Unter der Brücke sammeln sich immer mehr Menschen an und auf dem Fluss kommt ein Zuschauerboot nach dem anderen dazu. Die Fledermäuse lassen sich Zeit (der Gestank verrät aber, dass sie ganz in der Nähe sind!!), die einen Zuschauer um uns haben schon Angst, dass sie gar nicht kommen und rufen die Fledermaushotline an... Was es nicht alles gibt!
Kaum ist die Sonne untergegangen, fängt das Spektakel an, 1000e Fledermäuse machen sich auf die Suche nach Futter, eindrücklich!


San Antonio
Wettermässig haben wir hier nicht so Glück, daher sehen wir auch nicht so viel von der Stadt. Fort Alamo und der Riverwalk sind dann aber doch ein Muss. Während unserem Aufenthalt findet ein grosses Rockkonzert statt, bei dem u.a. auch Black Sabbath auftreten, aber ohne Ozzy Osborne. Der darf die Stadt San Antonio nämlich nicht mehr betreten, weil er 1982 an eine Statue vor dem Fort Alamo uriniert hat!:-)


Houston - "Wir haben ein Problem"

Das einzige was wir in Houston besuchen, ist das Space Center.
Ein wenig Disneyland, aber ok. Verschiedenste Raumanzüge (auch ein Hawaiihemd ist dabei), Raketen, stolze Fotogallerie mit allen Astronauten, Trainingscenter für angehende Weltraumbummler und und und. Für Kinder wahrscheinlich noch ein wenig spannender als für uns.


Louisiana, Bayou State/ Pelican State/ Sportsman's Paradies
Tabasco Sauce, Plantagen, Alligatoren, Geburtsort von Britney Spears, haufenweise Mücken!!!!!

Sinnloses Gesetz:
Das Anbinden eines Alligators an einem Feuerhydranten ist verboten.

Laura Plantage


Uns bleiben hier hauptsächlich 2 Dinge in Erinnerung:

1. Die vielen schönen herrschaftlichen Häuser

2. Die noch viel mehr vorhandenen Mücken!!!

Besonders wegen Punkt zwei, sind wir nach 3 Tagen auch schon wieder weg. Ich habe so viele Stiche an den Beinen, dass ich sie nicht mehr zählen kann... In der Nacht kann ich nur schlafen, wenn ich eine Tablette schlucke. So hart kann das Nomadenleben sein!

Besuchte Städte:

New Orleans


Hochzeitsumzug
Oyster Festival, Party-Stadt und Hochzeiten... Hier wird es uns nicht langweilig :-)
Am Abend geht es dann gesitteter zu und her, wir besuchen ein Jazz Konzert. Fazit von Leandro: Einmal und NIE wieder!






Mississippi, The Magnolia State
Geburtsort von Elvis Presley, home of the blues und berühmt für seine Baumwollfelder

Sinnloses Gesetz:
Männer dürfen in der Öffentlichkeit nicht sexuell erregt sein! (jawohl!)

Wir fahren auf dem Weg nach Alabama kurz durch diesen Staat durch, machen aber keine Pausen und haben somit auch nichts zu erzählen...

Alabama, The Heart of Dixie
Geburtsort von Rosa Parks (Die Afroamerikanerin wurde am 1. Dez 1955 in Montgomery verhaftet, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weissen Fahrgast herzugeben. Dieser Vorfall gilt u.a. als Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung), US Space & Rocket Center

Sinnlose Gesetze:
Sonntags ist Domino spielen verboten!



In einem Heft im Welcome Center sehen wir ein Bild mit wunderschönem grün-blauen Meer und weissem Sandstrand- da wollen wir hin! Dies ist aber gar nicht so einfach, da die Küste grösstenteils mit Hotels und Condominiums (Areal, dass vielen verschiedenen Leuten gehört und jeder sein eigenes Haus hat) verbaut ist. Wir finden aber beim Bon Secour National Wildlife Refuge doch noch einen wilden Strandabschnitt, an dem wir ohne Touristen entlangspazieren können und im Wasser die Umrisse der Rochen beobachten können!


Florida, the Sunshine State
Strände, Cubanische Amerikaner, Mickey Mouse, Themenparks

Sinnloses Gesetz:
Ahh, hier ist die Auswahl am schwierigsten! Es hat so eine Vielzahl von saudämlichen Gesetzen...
daher hier die Top 3:
-Wenn ein Elefant an einer Parkuhr angeleint hinterlassen wird, ist die Gebühr genau so zu bezahlen, als wenn ein Auto dort stehen würde!
- Unverheiratete Frauen dürfen Sonntags nicht Fallschirm springen!
-Donnerstags nach 18 Uhr ist auf öffentlichen Plätzen das Furzen verboten!



Florida kann einem gefallen, muss aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn man ohne Klimaanlage reist und man plötzlich auf dem Walmartparkplatz nicht mehr übernachten darf :-( Wir hören von anderen die Preise für die Campingplätze... Bis über 100 Dollar kann eine Nacht kosten, dafür ist aber auch ein Golfwagen dabei, um bis zu den Toiletten und Duschen zu fahren! Ja wenn das so ist...!
Das Reisen macht aber dann nicht mehr wirklich Spass, wenn man am Abend wegen der Hitze nicht mehr einschlafen kann, alles im Camper anfängt zu stinken wegen der wahnsinnigen Feuchtigkeit und man am Morgen schon schweissgebadet aufwacht...

Lange bleiben wir daher auch hier nicht und flüchten ins Landesinnere und vor allem in die Höhe!

Tennesse, Volunteer State
Geburtsort von Soul Diva Aretha Franklin, Country Music, Graceland, Jack Daniels Destillery


Sinnloses Gesetz:
Von einem fahrenden Auto aus dürfen nur Wale (wirklich keine anderen Tiere!) erlegt werden.

Das Museum von Willie Nelson, Country Music Hall of Fame, überall Live Musik und Nackt-Karaoke - Nashville ruft!! Und wir können dem nicht widerstehen... Dort angekommen müssen wir feststellen, dass wir nicht ganz die einzigen Touristen sind. Die Campingplätze sind voll (seit einem Jahr sind die Plätze schon vorgebucht) und die wenigen freien Zeltplätze die wir finden, sind bis zu 75 Dollar teuer! Grund: CMA Music Festival mit diesjährigem Rekord von 80'000 Fans! Zu viel für vier Schweizer!!  Wir packen unsere Sachen und verlassen die Stadt Richtung Great Smoky Mountain N.P.


Great Smoky Mountain - "Land of the blue smoke"




Mit mehr als 10 Millionen Besuchern jährlich, ist es der beliebteste Nationalpark der USA. völlig überlaufen? Nicht überall!! Studien haben gezeigt, dass 95 Prozent der Touristen sich nicht weiter als 100 Yards (91.44 m) von ihrem Auto entfernen. Wir schöpfen Hoffnung!
Ausser auf einem Zeltplatz hat es überall Platz für uns. Wir fahren über eine Stunde zu Cades Cove, weil dort die Möglichkeit Bären zu sehen am grössten ist. Vom Camping aus gibt es eine Rundstrasse, die man mit dem Auto abfahren kann. Da wir bei der Anmeldung hören, dass gerade Bären gesichtet wurden, setzen wir uns sofort wieder hinters Steuer und fahren los... wir kommen auch ein paar hundert Meter weiter, aber dann stehen wir bereits im Stau. Ausser uns wollen noch x andere Autos diese Einbahnstrasse fahren und wenn irgendwo ein Bär gesichtet wird, bleibt das vorderste Auto einfach stehen und alle anderen müssen warten... Wir sind aber einmal doch noch rechtzeitig dort und sehen eine Bärenmutter mit zwei Kleinen. Zwar nur von sehr weitem, aber immerhin!! Unsere ersten und wie wir danach feststellen müssen, letzten Bären in den USA.


Im Nationalpark überqueren wir kurz die Grenze zu North Carolina (wir bleiben nur einen Tag in diesem State und machen einen Halt in Ashville und müssen dort wieder einmal feststellen, wie "auf-den-Hund-gekommen" Amerika doch ist!) , nehmen dort den Blue Ridge Parkway und fahren auf diesem nach Virginia.

Virginia, Old Dominion
Geburtsort von 8 US Präsidenten (u.a. George Washington), Tabak, Staatsgetränk: Milch

(Sinnloses) Gesetz:
Frauen kitzeln ist verboten!


Blue Ridge Parkway



Endlich müssen wir am Abend wieder einmal eine Jacke anziehen und frieren ein wenig, wenn mir morgens aus dem Camper steigen :-)
Der Parkway windet sich etwa 755 km vom Great Smoky Mountain bis zum Shenandoah Nationalpark. Die Aussicht von der Strasse aus ist wahnsinnig! Grün wohin man schaut! Aber 755 km nur Grün ist dann doch zu viel und wir verlassen die Strasse ein wenig vorher :-)


Camper-Alltag-Impressionen
Ist es uns nach 11 Monaten reisen langsam langweilig? NEIN!
Ob nächtliches Kartenspielen beim Walmart (mhh, wir wurden nicht nur einmal dabei fotografiert :-) oder ausprobieren neuer Campingutensilien (in diesem Fall den unten aufgeführten neuen Klappbackofen, wir haben immer etwas zu tun. :-)




Auch wenn wir uns ab und zu ab den Amerikanern fragen, gefällt uns das Land selber sehr gut. Besonders die Tierwelt hat es uns angetan. Diese Vielfalt war das Highlight in den letzten Wochen, daher für einmal nur tierische Bilder in der Galerie.



angriffslustig

gerade noch erwischt!
jöööö
irgendwie passt es zu "tierisch" :-)
immerhin erkennt man, dass es ein Bär ist :-)
Wie ging das noch einmal: Nicht an einen Hydranten anbinden?!
Trockenschwimmen?
Badespass
mhh, Mittagessen!
Schnappschildkröte
Nicht schön...
Gewisse Tiere sollte es meiner Meinung nach nicht geben...!
Was gibt es da noch zu sagen...
Schönheit :-)
Great Smoky Mountain N.P.
Diese Art von Schnappschildkröten können bis zu 30 kg schwer werden und sind ziemlich aggressiv, also Finger weg!

Nächtlicher Besucher
Longhorns



Sonntag, 2. Juni 2013

Mexiko - zum Letzten

Wir sitzen gerade an einem Picknick - Tisch in einem Camping in den USA, es ist morgens 6 Uhr und wir haben dank Temperaturen von knapp 30 Grad in der Nacht und etlichen Moskitos nicht wirklich viel geschlafen. Aber eigentlich macht das nicht wirklich was aus, dann schlafen wir halt am Nachmittag noch ein wenig... die Arbeit ruft ja nicht :-)

Seit ein paar Tagen nun sind wir wieder zurück in den Staaten und erholen uns langsam vom Kulturschock. Wir haben tatsächlich die einen oder anderen Dinge, die dieses riesige Land und die Einwohner anbelangt, vergessen... oder verdrängt?

Plötzlich werden wir wieder für Schweden gehalten (die Eishockey-WM hat anscheinend doch nichts bewirkt) , die Anmeldung beim Camping braucht eine halbe Ewigkeit (sie wollen aber auch jedes Detail wissen), im Walmart kann man mit dem elektronischen Wagen einkaufen gehen, die Städte haben mehr Fastfoodketten als andere Läden und all die Regeln erschlagen uns fast... Und doch geniessen wir es auch wieder an einem Picknick-Tisch zu sitzen, WIFI zu haben und am Abend den Grill einzuheizen! Aber was uns wirklich freut, sind die Topes-freien Strassen :-)

In den letzten 3 Wochen haben wir Mexiko nochmals richtig genossen und mussten wieder einmal mit Erstaunen feststellen, wie viele Schweizer unterwegs sind.

-In Cancun sind wir bei Peter (ausgewanderter Schweizer, lebt mit seiner Cubanischen Frau auf dem Campingplatz) auf ein Fondue eingeladen,

-in Palenque stehen wir gemeinsam mit einem Paar aus Zürich als einzige auf dem Campinglplatz und freuen uns ab der Brüllaffenfamilie, die uns besucht

- an der Costa Esmeralda stehen wir auf dem Campingplatz Cocoloco, der von einem Luzerner geführt wird und fahren mit ihm uns seiner Mexikanischen Frau an einen Strandabschnitt, an dem eine Meeresschildkröte gerade ihre Eier ablegt

- in Teotihuacan begrüsst uns auf dem Campingplatz bereits ein Auto mit Berner Nummernschild und bei Rum-Cola mit Chips lässt sich gut über die vergangenen Reiseerlebnisse schwatzen

- in Mexiko-City verpassen wir leider ein Zürcher Paar (seit 12 Jahren unterwegs), das wir bereits einige Monate vorher in den Staaten zum ersten Mal getroffen haben

- zurück in Teothiuacan warten wir anschliessend auf Veronique und Julien, zwei Schweizer aus Vevey, die wir im Yucatan kennen gelernt haben. Gemeinsam wollen wir bis zur Grenze in die Staaten fahren und ev. noch ein wenig darüber...

Mexiko City ist zum Abschluss nochmals ein richtiges Highlight. Ein paar Zahlen/ Fakten zu dieser riesigen Stadt:

- Stadt: 8.8 Mio Einwohner, Ballungsraum: 20 Mio Einwohner
- 5818 Einwohner/ km2
- grösste spanischsprechende Stadt
- Die Metro ist die grösste in Lateinamerika und die günstigste der Welt (1 Fahrt = 3 Pesos = ca. 25 Rappen) und unserer Meinung nach wohl auch eine der unterhaltsamsten... :-) Während man der Musik eines CD Verkäufers zuhört, kann man daneben noch eine Taschenlampe, Schokolade oder ein Pflaster kaufen! und alles für 10 Pesitos...
- Stadt mit den meisten Museen der Welt (die meisten sind am Sonntag gratis)
- Grösste Universität der Amerikas
- Im Jahr 2000 - 2004 wurden im Schnitt 478 Straftaten angezeigt (Dunkelziffer um einiges höher!)
- Eine der höchsten Polizei/ Einwohner- Rate der Welt: ca. 1 Polizist auf 100 Einwohner


Mexiko hat uns sehr positiv überrascht und wir können es nur allen anderen weiterempfehlen! Unsere Top-Highlights waren:

Natur:


Reserva Mariposa Monarca

Parque Nacional Grutas de Cacahuamilpa:
Kammern bis zu 82 Metern hoch
 










Hierve El Agua in der Nähe von Oaxaca










Städte: 
 
San Cristobal de las Casas
Guanajuato

 







Mexiko City

 
Essen:

 

Comida Corrida:
Tlayuda





Chapulines ( Heuschrecken)
















Nun haben wir aber Mexiko hinter uns gelassen und das noch ohne, dass wir ausgeraubt oder angeschossen wurden :-) Im ersten Camping nach der Grenze ermahnt uns der Ranger schon betreffend dem gefährlichen Mexiko und als er hört, dass wir bereits dort waren und so unversehrt zurückgekommen sind, staunt er nicht schlecht :-)
In den nächsten Wochen werden wir bis Baltimore reisen und werden dort unser Auto dann zur Rückverschiffung abgeben. Wir selber werden dann noch ein wenig in den USA bleiben und anschliessend wahrscheinlich noch nach Amsterdam fliegen und Europa noch erkunden :-) Wann es def. zurück in die Schweiz geht, wissen wir daher noch nicht :-)