Freitag, 25. Januar 2013

Hasta luego Mexiko!

In den letzten zwei Wochen stand vorallem das Essen im Vordergrund :-) Ob eine super Currywurst von Ela, ein echtes Schweizer Raclette bei Jean-Paul, ein BBQ mit Holländern, ein traditionelles Mexikanisches Essen mit Amerikanern und einem Deutschen, leckere Nachos von Nora oder ein feines Schlangenbrot über dem Feuer bei den netten Canadiern in Oaxaca... wir waren selten alleine und meistens völlig satt, als es am Abend ins Bett ging :-)


Neben dem Essen und Feiern haben wir es tatsächlich auch noch geschaft, die einen oder anderen Städte zu besuchen und die Natur geniessen.

Städte-Highlights:
Nach Guanajuato und Guadalajara haben wir bereits zwei der schönsten Kolonialstädte gesehen und sind daher ein wenig verwöhnt!

San Miguel de Allende

Nach einem kurzen Regenschauer...!
Wenn man hier durch die Strassen läuft, weiss man gar nicht so recht in welchem Land man ist. Ab und zu begegnen wir auch tatsächlich einem Mexikaner :-) Ein grosser Prozentsatz der Einwohner sind hier nämlich ausgewanderte Amerikaner oder Canadier. Dementsprechend ist hier vieles auf Englisch angeschrieben und die Preise höher als in anderen Gegenden!

 
Taxco
Die Stadt ist bekannt für ihre vielen Silberminen und daher voller Schmuckläden... armer Leandro!! :-)

Oaxaca
Oaxaca und ihre Umgebung ist voller Märkte und Kunsthandwerkläden. Wir essen uns einmal durch die Spezialitäten der Stadt (von der "mexikanischen" Pizza bis zu den Heuschrecken:-) und geniessen bei einem Tee die Atmosphäre am lebendigen Zocàlo. Von A nach B kommt man hier mit einem "Collectivo" (Sammeltaxi). Wenn man zu viert eng-aneinander-gekuschelt sitzt und der Fahrer tatsächlich für den nächsten Fahrgast anhaltet, fragt man sich wirklich, wo der noch Platz haben soll...:-)
Einen Nachmittag verbringen wir auf der weitläufigen Anlage auf dem Monte Alban und geniessen die wunderschöne Aussicht auf die Stadt.


Anscheinend der grösste Baum der Welt... Er ist die Hauptattraktion in El Tule, wo unser Campingplatz liegt.

San Cristobal de las Casas
Mit Jeans, T-shirt, gekämmten Haaren und Schuhen an den Füssen, fühlen wir uns hier schon fast wie Aussenseiter :-)

Es scheint, dass viele, die zum 21. Dezember zu einer "Weltuntergangsparty" gepilgert sind, hier hängengeblieben sind. ;-) Aber man kann es ihnen auch nicht verübeln. San Cristobal ist voller einladender Caffes, Kopfsteinpflasterstrassen, wunderschönen Kolonialhäusern, kleinen Kunstandwerkläden und eingebetet in ein wunderschönes Tal auf fast 2000 M.ü.M.

Natur-Highlights:

El Rosario: Santuario Mariposa Monarcha

Hier überwintern Millionen von Schmetterlingen! Wir laufen mit einem Guide ca. 2 km steil den Berg rauf zu einem Waldstück, das auf 3600 m liegt. Wir sehen zuerst immer wieder vereinzelte Schmetterlinge, aber noch nichts von wegen Millionen... Am Ziel angekommen bemerken wir zuerest nur Bäume mit vielen braunen Blättern. Wir müssen dann aber erstaunt feststellen, dass es alles Schmetterlinge sind! Je mehr die Sonne kommt, desto lebendiger werden die kleinen Tierchen, bis wir rund um uns herum nur noch Orange sehen und die Luft vom Flattern erfüllt ist!

Nevado de Toluca
Mit Alfonso geht es auf knapp 4000 Meter! Es raucht ein wenig schwarz hinten raus, aber ansonsten meistert er die steile Anfahrt auf der unasphaltierten Strasse super! Zu Fuss geht es anschliessend auf ca. 4500 m zum Gipfel. Wir kommen bei dieser Höhe nicht ganz so schnell voran und brauchen die eine oder andere Pause. Der Blick oben in den Krater mit seinen zwei Seen entschädigt aber die Anstrengung!!

Aussicht auf den Nevado de Toluca von unserem Campingplatz aus.
Die Nacht verbringen wir weiter unten auf einem Campingplatz und da weit und breit niemand da ist, sogar kostenlos. Die Temperaturen fallen bis auf minus 4 Grad, jetzt sind hoffentlich auch die letzten Ameisen tot :-)

Grutas de Cacahuamilpa
Leider kann man die Grotten nicht alleine besichtigen, sondern muss an einer Tour teilnehmen. Diese dauert etwa 1.5 Stunden und ist natürlich nur auf Spanisch. Eine Tour kann oft interessant sein... leider trifft das auf diese nicht wirklich zu... Über die Geologie oder Entstehung wissen wir jetzt nicht mehr, dafür könnten wir euch erklären, welche Namen die einzelnen Formationen haben. Vom Adler über Gorilla bis zur Champagnerflasche, die Mexikaner waren sehr originell :-)

Die Grotten selber sind aber wirklich beeindruckend und bis zu 250 m hoch! Wir schalten auf "Durchzug" und geniessen die Umgebung.

Hierva de Agua

Dieser Ort macht uns fast sprachlos... Eine steile und holprige Strasse führt von Mitla (in der Nähe von Oaxaca) 14 km den Berg rauf. Wir brauchen für diese Strecke 45 Minuten und die einen oder anderen Nerven :-) In einem kleinen Dörfchen müssen wir ein paar Pesos Eintritt bezahlen und noch ein paar Schritte laufen. In Mitten der Berge treffen wir dann auf diesen wunderschönen Platz! Ausser uns ist niemand dort, es herrscht absolute Ruhe... schon fast magisch!
Das Wasser in den Pools ist zwar kalt, aber zu einladend um nicht hineinzuspringen :-)
 
Seit 2 Tagen sind wir nun in Guatemala (Grenzübergang war kein Problem, alles sehr freundlich und hilfsbereit!), genauer in Panajachel am Lago Atitlan. Hier werden wir sicher die nächsten 2 Wochen bleiben, da wir die Schulbank (täglich 4 Stunden Einzelunterricht!) drücken werden, um unsere Spanischkenntnisse zu erweitern. Alfonso wird in dieser Zeit auf einem sicheren Parkplatz stehen und wir ziehen zu einer Gastfamilie. Nach knapp 6 Monaten campen wird Schule und Gastfamilie sicher eine Abwechslung bedeuten :-)









Donnerstag, 10. Januar 2013

Viva Mexico!

Ach, die Zeit verfliegt wie im Flug! Wir sind schon fast in der Hälfte unserer geplanten Reisedauer... Wir kommen schon fast in Zeitnot :-) Mexiko gefällt uns immer besser und eigentlich könnten wir die nächsten 6 Monate nur hier verbringen :-)


Am 21.12 nehmen wir die Fähre nach Topolobampo. Schön ist sie nicht und mit knapp 4 Stunden Verspätung auch nicht gerade pünktlich... Aber trotz dem tollen Datum 21. Dezember 2012, bringt sie uns sicher ans Mexiko Mainland nach Topolobampo. Hier verbringen wir die Nacht gratis am Hafen. Am Morgen geht es gleich los nach Mazatlan. Da die Gegend anscheinend nicht so sicher ist, nehmen wir die gebührenpflichtige Autobahn.


Mazatlan

Das Highlight hier ist nicht die Stadt selber (der alte Stadtteil gefällt uns sehr), sondern das wunderschöne Weihnachtsfest, dass wir mit Wolli und Ela verbringen. Ein Weihnachtsbaum der leuchtet, Geschenke, kitschige Weihnachtsmusik und ein selbstgekochtes Essen von Ela lassen uns

 diesen Abend nicht mehr vergessen!
 




Von Mazatlan geht es der Küste nach Richtung Süden bis Barra de Navidad. Unterwegs übernachten wir immer wieder in kleinen Küstenörtchen (San Blas, Lo de Marcos, Puerto Vallarta, Punta Perula, Melaque, Barra de Navidad). Ich könnte bei jedem Städtchen von den schönen Häusern, dem Strand, dem Malecon oder der schönen Plaza schwärmen. Da ich mich aber nicht immer wiederholen möchte, erwähne ich nur die Dinge, die für uns den Ort speziell gemacht haben.

San Blas

Mhh, bekannt als Mückenhauptstadt der Welt... Dementsprechend sehen unsere Beine aus :-( Die tolle Bootstour in den Dschungel inkl. Krokodile machen das aber wieder gut!!
 


Lo de Marcos

Ein Mexikaner klopft freundlich an unsere Tür und stellt sich als "Alfonso" vor. Nach einem kurzen Gespräch lädt er uns ein, vor seinem Haus zu übernachten und für Getränke sorgt er gleich auch noch! Am Abend gleich der nächste Besucher: Ein ausgewandeter Zürcher. Spontan lädt er uns zum Morgenessen am nächsten Tag ein, da sagen wir nicht nein :-)

Puerto Vallarta

Wir stellen fest, dass unser Gas immer dann zu Ende geht, wenn wir Poulet am Bräteln sind! Unsere Zurückhaltung andere Leute um Hilfe zu fragen, ist schon seit langer Zeit verschwunden. So kommt es, dass Leandro im Trailer eines schwulen Pärchens mit 3 Hunden landet und wir doch noch zu einem guten Nachtessen kommen :-)
 
Malecon

Punta Perula

Der Ort gefällt uns eigentlich nicht wirklich... Aber der Strand ist super! Uns das Restaurant, in dem wir zu Mittag essen, ist irgendwie anders :-) Die Cola, die wir bestellen, muss sie zuerst im Laden auf der gegüberliegenden Seite einkaufen gehen. Die beiden ersten Gerichte, die wir wollen, haben sie doch nicht und die Tortillas müssen natürlich zuerst auch noch eingekauft werden! Herrlich, da wird das Essen zu einem richtigen Event ;-)
 


Melaque

Wir verbringen einen ruhigen Silvester zu 2. (ausser uns hat es fast nur "Snowbirds" auf dem Campinglatz --> Amerikaner/ Canadier, die für den Winter in den Süden ziehen). Diese versammeln sich alle in Restaurants mit typischen mexikanischen Unterhaltungsshows wie zum Beispiel Elvis Imitatoren! Wir enden in einem kleinen Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste sind und ein älterer (wahrscheinlich bekiffter) Canadier mit bauchfreiem Shirt auf der Gitarre Lieder grölt (singen wäre zu nett ausgedrückt). Das Essen schmeckt uns dafür super und auch diesen Abend werden wir nicht so schnell vergessen :-)

Guadalajara

In Barra de Navidad verlassen wir die Küste und fahren landeinwärts nach Guadalajara. Wunderschöne Stadt! Zu den Highlights gehören der Wochenmarkt in Tonola, der Stadtteil Tlaquepaque mit alle den schönen Gallerien, das Historische Zentrum von Guadalajara und der Ausflug zu den runden Pyramiden von Guachimontones.
 


Guanajuato

Jeder Führer warnt davor, durch die Altstadt zu fahren... Anscheinend weiss das unser Navi nicht...! Um zum Campingplatz auf einem Hügel in der Stadt zu kommen, lotst es uns auf dem schnellsten Weg mittendurch! Das heisst durch unzählige Tunnels (steht nirgends wie hoch si sind!) und enge Gässchen, auf denen einem Autos zügig entgegenkommen (hat kaum Platz für ein Auto!) und Leitungen tief hängen... Ich komme beim Fahren richtig ins Element und mit abwechselnd fluchen und lachen kommen wir sicher auf einen der schönstgelegenen Campingplätze, auf dem wir je waren!

Die Stadt gehört zum Weltkulturerbe und wir sind von Anfang an begeistert! Der Besuch des Mumienmuseum gehört fast zum Muss... Von kleinen Babies bis zu grotesk entstellten Mumien (wurden wahrscheinlich "ausversehen" lebendig begraben)  hat es alles... Diese Anblicke müssen wir zuerst ein wenig verdauen.
 


Noch zu einem eigenen kleinen Kapitel mit dem schönen Titel:

Einmal und nie wieder!!

1. Fahren im Regen in Guadalajara

Ich fahre wirklich gerne mit dem Auto und ich würde behaupten, ich fluche zwar gerne dazwischen, aber ich mache meine Sache nicht so schlecht und gehöre selten zu den Schnecken im Verkehr. Autofahren in Mexiko lässt mich noch mehr fluchen, dafür aber langsamer fahren... Wenn es dann in Strömen regnet und man fährt um die 2. grösste Stadt Mexikos, mit lauter Schlaglöchern und halben Seen auf der Strasse, mit Spuren, die nicht mehr sichtbar sind und Autofahrer, die es nicht für nötig erachten, das Licht anzuschalten oder zu blinken, bleibt selbst mir das Fluchen im Magen stecken und ich will nur noch weg von der Strasse! Nachdem wir an nicht nur einem Unfall vorbeigefahren sind, kommen wir völlig erledigt im Campingplatz an. Einmal und nie wieder!

2. Ameiseninvasion

Wenn einem beim Lesen im Auto eine Ameise über die Buchseite läuft, ist das noch nicht wirklich erstaunlich... Auch bei der 2. denkt man sich noch nichts... Bei der 3. wird man langsam ein wenig neugierig... und wenn man dann hunderte in allen Ritzen des Autos entdeckt, schlägt die Neugierde in puren Schrecken um! Während Leandro eine nach der anderen killt, frage ich bei den Nachbarn um ein Gegenmittel und einen kleinen Staubsauger. Bei den lieben Leuten aus Quebec, die gleich neben uns übernachten, bekommen wir beides leider nicht, dafür den folgenden Rat:

"Ach, wir wollten euch heute noch warnen, ihr pakiert unter einer Palme und der eine Zweig liegt auf eurem Auto auf. Von dort kommen die Ameisen in euer Auto, pakiert es also schnell um...!

DANKE! Dieser Rat kommt leider ZU SPÄT! Ich bringe gerade noch ein Lächeln zu stande und klopfe beim Nächsten an. Beim 4. Wohnmobil komme ich endlich zu einem Staubsauger. Bewaffnet mit dem geht es an die Arbeit. Nach mehr als einer Stunde sind wir schweissgebadet (es ist ja nicht gerade kühl) aber glücklich, wir sehen keine Ameise mehr! Die Freude hält ca. eine Woche... Die 2. Generation schlägt zu! Dieses Mal gehen wir mit Gift hinter die Arbeit, die Königin muss sterben! Mal schauen, ob wir jetzt Ruhe haben...
 


Weiterfahrt:

Wir sind nun auf einem Campingplatz in San Miguel de Allende. Unsere Nachbarn sind vorallem Deutsche und Schweizer :-) Zu den nächsten Highlights gehören Mexiko City (wir werden in ein Hotel gehen und das Auto in einem Campingplatz ausserhalb stehen lassen - wir sind ja nicht völlig lebensmüde!) und Oaxaca.