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Dienstag, 9. Oktober 2012

Bye Bye Canada - Hello USA

Bye Bye Canada

Ein bisschen wehmütig verlassen wir Jasper, aber der nächste schöne Ort wartet bereits auf uns - Whistler.
Das Dörfchen ist sehr touristisch und doch gefällt es uns, besonders die vielen Sportläden und eine Filiale der Icecreamkette "Cow's" (Best Icecream in Canada)! Die Gondeln fahren leider schon nicht mehr unter der Woche (Zwischensaison), also erkunden wir die Gegend am Fusse der Berge.

Wenige Tage später geht es aber wieder in die Höhe. Dank einem Tipp besuchen wir den Garibaldi Provincial Park. Die 32 km Wanderung hat es in sich! Der Blick von der Panorama Ridge ist gewaltig. Mit Worten kommen wir da nicht mehr gross weiter, daher brav die Bilder anschauen :-)

Am nächsten Tag merken wir die 32 km... AUA!!. Wir nehmen es ruhiger und fahren gemütlich nach Vancouver und checken im bisher teuersten Campingplatz ein. Der Preis schmerzt ein wenig, dafür hat es ein Fitnesscenter und einen Pool :-) Viele der Camper haben hier ihren letzten Halt und geben im Anschluss das Mietauto ab. Da es nicht alle (gibt auch Ausnahmen!!)mit kalkuliertem Einkauf haben, stellen sie nun hier fest, dass sie viel zu viele Esswaren übrig haben... Schnell spricht sich auf dem Platz herum, dass wir noch länger unterwegs sind. Das Resultat: Ein übervoller Kühlschrank/ Vorratskasten für uns :-) Hier ein paar Beispiele:

Essig, Öl, Gurke, Peperoni, Kürbis, Rahm, Milch, Cola, Wasser , Salz (1 KG!), Hühnersuppe, Tomatensuppe, Würste, Brot, Abwaschmittel, WC Papier, Papp-Teller, Paprika, 2 Pack Keckse, Confi, Zitrone, Knoblauch, Zwiebeln, Senf, Ketchup, Joghurt, Bohnen, Bohnen und noch mal Bohnen, noch mehr Joghurt und Öl und Essig, Apfelmus, Popkorn, Orangensaft, Holz...

Vancouver gefällt uns auf den ersten Blick! Jedes Quartier hat seinen eigenen Charme. Kitsiliano, Yaletown, Gastown, mit dem Seabus nach Northvancouver (super Aussicht auf Skyline), Markt auf Granville Island, mit dem Velo durch den Stanley Park und am Schluss auf das Vancouver Lookout.

Vancouver Island besichtigen wir nicht mehr, schliesslich soll auch noch etwas übrig bleiben für den nächsten Besuch :-)

Canada kurz in Zahlen zusammengefasst:

Reisedauer: 8 Wochen
Gefahrene Km: ca. 10'000
Anzahl Fotos: ca. 3000
Anzahl durchquerte Provinzen: 8
Längste Wanderung: 32 km
Ausgaben: ca. 50 Fr. pro Tag pro Person (inkl. Benzin, Lebensmittel, Übernachtungen)
Besuchte National-/ Provincial Parks: 13
Verlorenes Gewicht: 6 kg (gemeinsam)
Gesichtete CH-Nr. : 3
Günstigste Übernachtung: 0 Dollar (Walmart)
Teuerste Übernachtung: 62 Dollar (Vancouver)
Geschriebene Tagebuchseiten: 68
Erhaltene Heiratsanträge: 0 :-)

Am 1.10. ist es soweit, wir verlassen Canada! Wir sind gespannt, ob sie uns auch ohne weiteres in die USA einreisen lassen. :-)

Mit gewaschenem Alfonso und (leider:-) unrasiertem Leandro fahren wir gespannt an die Zollkontrolle... und müssen erleichtert (oder schon fast enttäuscht?) feststellen, dass sie uns nach ein paar eher unkonventionellen Fragen (wo habt ihr euch kennen gelernt? Seid ihr schon lange zusammen? Werdet ihr in den USA heiraten?) und natürlich ein paar bezahlten Dollar bereits ins Land einlassen.

Hello USA

Kaum die Grenze überquert, ist ein erster Halt in einer Fastfoodkette angesagt. (Zur Erinnerung: Leandros Hamburgerkur zur Aufstockung seines Körpergewichts) Ranking der getesteten Filialen folgt am Schluss der Reise durch die USA. (Tipps willkommen :-)
Unsere erste Nacht verbringen wir in Seattle. Am nächsten Morgen erkunden wir Downtown.
Unsere Highlights:

Public Market Center
Hier bekommt man alles, von einem gefälschten Ausweis von Horatio Caine (CSI Miami) über frischen Fisch und Gemüse bis zu einer guten Platte im Holy Cow Records. Gleich beim Markt steht auch das aller erste Starbucks (nicht dass man bei der langen Schlange wirklich zu einem Caffe kommt!)

EMP Museum über Nirvana, Rolling Stones und J. Hendrix. Zusätzlich im Gebäude eine Ausstellung über Sci-Fi und eine Horrorfilmabteilung. (Wäre hätte gedacht, dass der Regisseur von Hostel so jung ist und so sympathisch und NORMAL wirkt!!!)

Blick vom Columbia Center (höher und günstiger als die "Needle") über die Stadt mit, wär hätte das gedacht, der Needle.

Ein wenig müde von der Stadtbesichtigung schauen auf der ersten Seite im Lonely Planet (Reiseführer) die USA-Karte an und überlegen: Wo geht es als nächstes hin?! 3 Monate haben wir Zeit. Wir stellen fest, dass wir schlappe 1200 km vom Yellowstone NP entfernt sind. Schnell ist die Entscheidung gefallen. Trotz angesagten 13 Grad minus, machen wir uns auf den Weg. Nach 3 Reisetagen fahren wir bereits in den Park hinein.

Yellowstone NP
Kaum den Eingang passiert, warten bereits die ersten Bisons auf uns. Wir verbringen hier knapp eine Woche und könnten ein ganzes Fotoalbum nur mit den Bildern vom Nationalpark füllen!!

Leider begegnen wir auch hier keinen Bären (die haben irgendetwas gegen uns! oder haben sie einfach Angst vom immer wilder aussehenden Leandro?!) aber das ist auch der einzige "Minuspunkt".

Neben der wunderschönen Natur, der beeindruckenden Tierwelt, einem eiskalt - sauheissen Bad im Boiling River, begegnen wir auch ganz tollen Menschen und einem VW Bus mit einer Nummer aus dem Bündnerland (da schlägt das Herz von Leandro höher!)

Wir sind gespannt wohin es weiter geht :-) Langsam zieht es uns aber Richtung Süden... Nach mehreren Nächten mit mehr als minus 10 Grad, sehnen wir uns nach Flip Flops, Shorts und T-Shirts!










Montag, 24. September 2012

Holy Cow :-)

"Holy Cow"
Wir haben aufgehört zu zählen, wie oft wir diesen Ausdruck gehört haben. Man kann ihn einfach in jeder Situation gebrauchen, auch als Blogtitel :-) Wird Leandro je eine Bäckerei eröffnen - ein Name ist gefunden!

Alfonso
Es ist doch immer das gleiche, man schreibt im letzten Blogeintrag Alfonso macht keine Zicken und nicht lange später leuchtet da beim Armaturenbrett ein rotes Lämpchen auf, das dort nichts zu suchen hat! Das rote Öllämpchen verschwindet aber brav, nachdem wir Öl nachgegossen haben. Beruhigt fahren wir weiter, aber nicht lange und es leuchtet wieder auf, nur um churz darauf wieder zu verschwinden! In der nächsten Garage lassen unseren Fonsi einmal durchchecken. Fazit vom Mechaniker: "Ich habe keine Ahnung von europäischen Autos, bin aber zu 99 Prozent sicher, dass alles in Ordnung ist und ihr weiter fahren könnt." Ich frage zur Sicherheit nach, was passieren kann, wenn das eine Prozent eintrifft: "Motorschaden und Ende". Mhh, zur Sicherheit rufe ich eine Garage in der Schweiz an und erhalten den Auftrag, nochmals nachzufragen, wie hoch der Öldruck war. Wieder in der Werkstatt erhalten wir die aufbauende Nachricht: "Druck prüfen? Bei diesem Auto? Keine Ahnung!" Mhh, dieses eine Prozent erscheint uns plötzlich nach mehr! Wir suchen im Internet nach der nächsten VW Garage: 400 km weiter weg, Kosten fürs Abschleppen schlappe 1300 Fr. Langsam finden wir es nicht mehr so lustig. Wir klappern die restlichen Werkstätten im Dörfchen ab, aber niemand kann/ will uns wirklich helfen. Also fahren ziemlich niedergeschlagen zur einzigen Abschleppfirma um von dort in die nächste grössere Ortschaft gebracht zu werden. Im Büro sitzt ein eingewanderter Pole (der muss sich ja mit Autos auskennen :-) und meint, er schaue sich das Auto einmal an. Kurze Zeit später ist ein kleines Leck gefunden und Ersatzteile bestellt. Am Samstagmorgen macht er sich noch leicht betrunken an die Reperatur, aber mit Musik klappt auch das :-) Kurze Zeit später sind wir zurück auf der Strasse. Pole (keine Ahnung wie er heisst) du bist unser Held!

Banff
Voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg nach Banff. Kaum angekommen müssen wir feststellen, dass wir nicht ganz die einzigen sind. Trotz Zwischensaison wird es im Visitorcenter doch ein wenig eng. Nach einer kurzen Beratung, kaufen wir Bärenspray ein (vielleicht später auch ganz nützlich in Mittelamerika:-) und los geht es auf unseren ersten Berg. Angeschrieben steht für die Strecke bergauf 3-4 Stunden. Nach 1h 20 min kommen wir bereints gut gelaunt auf dem Gipfel des Sulphur Mountain an und geniessen die herrliche Aussicht. Das Joggen und Fitnesscenter hat sich doch für mich bezahlt gemacht:-)
Am Lake Minnewanka stellen wir (hauptsächlich Alfonso) für zwei japanische Touristengruppen den See kurz in den Schatten :-)

Lake Louise
Der Ort besteht hauptsächlich aus einer Tankstelle, ein paar Shops, einem Campingplatz und dem See mit dem dazugehörigen berühmten Hotel. (Sonderaktion für das günstigste Zimmer: 699 Dollar, dabei ist aber zu beachten, dass die Parkplatzgebühr inklusive ist, ein Schnäppchen - aber nachfragen kostet ja nichts :-)
Wir lassen das edle Hotelzimmer aber lieber doch sein und machen uns gut ausgerüstet auf den Weg zum Lake Agnes. Trotz Schnee und Eis kämpfen wir uns von dort weiter nach oben zum Big Beehive. WOW- diesen Mittagsplatz schlägt so schnell nichts mehr! Da das Wetter super ist und wir noch fit, geht es anschliessend weiter zum Plain of Six Glaciers und von da zurück zum Lake Louise.
Ein weiteres Highlight in Lake Louise ist der schöne Morain Lake.

Yoho
Zwischen Banff und Jasper machen wir einen Abstecher in diesen tollen kleineren Nationalpark. Da unsere Beine von den vorherigen Wanderungen noch ein wenig schmerzen, geht es vorallem zu den Naturschauplätzen, die mit den Auto und einem kurzen Walk erreichbar sind. Besonders gefällt uns der Emerald Lake (nicht nur uns, eine lange Reihe von Mietcampern steht bereits dort) Im ganzen Park hat es viele Wassererfälle, zu den eindrücklichsten gehören die Takakkaw Falls.

Icefields Parkway
Es ist tatsächlich passiert, unser Ruf eilt uns voraus. Wir treffen beim Columbia Icefield ein Paar aus der Schweiz, das bereits von anderen Touristen von uns gehört hat. Unseren Fernsehauftritt haben wir noch nicht ganz aufgegeben :-)
Etwa in der Mitte zwischen Lake Louise Village und Jasper liegt das einzig zugängliche Stücke des Columbia Icefield. Man kann entweder gratis 1.5 km vom Parkplatz zur Gletscherzunge des Athabasca Glacier laufen und ein Stück betreten oder mit speziellen Fahrzeugen (Mischung zwischen Bus und LKW) für 50 Dollar auf den Gletscher fahren und dort kurz einen Fuss darauf setzen. Wir haben uns für die erste Variante entschieden:-)

Jasper
Spätestens hier stellen wir fest, dass Kanada bei den Schweizern hoch im Kurs steht! Nicht nur ein Auto mit einem Nummernschild aus Neuenburg, sondern gleich noch eins aus Argau fährt uns über den Weg! Mit den Neuenburgern verbringen wir zwei schöne Abende und die Argauer erklären uns, dass ein Bärenspray auch gegen Leute hilft, die auf das eigene Auto schiessen. Danke, vielleicht brauchen wir das später einmal! :-)
Athabasca Falls, Valley of the five Lakes, ein Raclette auf den Bald Hills, Marshmallows auf der Sulphur Skyline, ausspannen in den Miette Hot Springs und am Schluss ganz faul mit der Gondel auf den Whistler. Jasper gefällt uns, wir kommen wieder!!

Tiere
Mhh, anscheinend soll es ja hier Bären geben, die verstecken sich aber erfolgreich vor uns. Wir begegnen Wölfen, Ziegen und gaaaanz vielen Elks (mehr und näher als uns lieb ist). Es vergeht kein Tag, an dem wir keinem wilden Tier begegnen. Aber entgegen anderen Touristen, lassen wir das Füttern lieber sein. (Leider sind etliche Verbotsschilder für die einen oder anderen noch zu wenig)

Abgemagert
Das viele Wandern (und ev. das Fehlen von Fertigpizza und Cola :-) hinterlässt bei Leandro erste Spuren. Ca. 5 Kilo sind weg und die Hosen wollen nur noch mit dem Gurt im hintersten Loch oben bleiben. Er blickt voller Freude auf die USA und will dort eine ausgiebige Burgerkur starten und sich durch die verschiedenen Fastfoodketten durchtesten (Rating folgt). Bei mir wirkt sich das viele Laufen nur noch mehr auf meine Waden aus - ahh!!
Bevor wir aber die Grenze überqueren, wartet zuerst einmal Vancouver auf uns!