El Salvador - Wo die Polizei noch dein Freund und Helfer ist :-)
Kurz vor der Grenze nach El Salvador wissen wir nicht so genau wie wir uns fühlen sollen... Von anderen Reisenden haben wir nur Gutes gehört... Die EDA ist aber ein wenig anderer Meinung :-)
Der erste Kontakt mit einem Zollbeamten: Er studiert den Pass von Leandro, schaut ihn nochmals genau an... und meint darauf: Die Frisur ist jetzt aber ein wenig anders... Ich glaube, ich kann sie hier nicht reinlassen... Kurze Verwirrung auf unserer Seite und anschliessend grosses Gelächter auf der anderen . Die Polizisten hier haben also Humor, das ist uns schon einmal sympathisch! :-)
Von Anfang bis zum Schluss treffen wir praktisch nur auf sehr offene und herzliche Menschen! Wir fühlen uns im ganzen Land nicht ein einziges Mal unsicher und können die Natur in vollen Zügen geniessen.
Highlights:
Parque Nacional El Imposible
Mit einem Guide geht es auf den höchsten Gipfel im Park. Ich werde in meiner Abneigung gegen Wanderungen mit Guides wieder einmal bestätigt, besonders wenns es sich um männliche mit einer sehr sportlichen Figur handelt! Leandro und Cesar sprinten voraus und ich stolpere schwer atmend hinterher... Die Rückenansicht der beiden ist ja nicht schlecht, auf die Dauer dann aber doch depremierend. Zum Glück verschwinden sie immer wieder einmal hinter einer Kurve und ausser Sicht... so habe ich nicht immer ganz das Gefühl vom "hinterherrennen"...
Die Sicht von Oben ist dafür dann um so herrlicher!
Ruta de las Flores

Die Fahrt durch die sattgrünen Hügel, durch schöne Bergdörfchen und immer wieder bunten Blumen auf beiden Seiten der Strasse gefällt uns sehr! Die Route ist das Herzstück des Tourismus in El Salvador und dementsprechen ist alles gut ausgeschildert und beschrieben.
Lago de Coatepeque
Die Sicht von ganz oben auf der Strasse auf den Lago ist herrlich und sehr vielversprechend! Unten müssen wir aber leider feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, ans Wasser zu kommen. Alles ist zugebaut... Bei einem schönen Restaurant finden wir einen Stellplatz für die Nacht und dazu noch direkten Zugang zum See, was will man mehr:-)
Parque El Boqueron

Es geht zuerst für einige Kilometer über eine schmale Strasse und vorbei an kleinen Dörfchen. Die Strasse wird immer enger und steiler und wir sind nicht ganz so sicher, was wir am Ende antreffen werden. Zu unserer Verblüffung treffen wir nach der nächsten Kurve auf ein gut ausgestattetes Besucherzentrum und dahinter schöne, gut beschilderte Wanderwege!! Die Highlights sind die verschiedenen Aussichtspunkte auf das Innere des Kraters.
Alegria

Alegria selber ist ein herziges Bergdorf, wir kommen aber mehr hierher wegen der grünen Lagune, die sich nur einen kurzen Fussmarsch ausserhalb des Dorfes befindet.
Neben der Laguna treffen wir hier auch auf Benite, ein ganz neugieriger und süsser Nasenbär, der es anscheinend besonders auf Frauen abgesehen hat :-)
Bevor es nach Nicaragua geht, besuchen wir noch El Espino. Nach Meinung der Einheimischen der schönste Strand in Zentralamerika! :-)
Wir verlassen El Salvador nur ungern und sind froh, dass wir uns hierher "gewagt" haben!
Nicaragua
Der Lonely Planet schreibt, dass in Nicaragua die nettesten Leute in Zentralamerika anzutreffen sind... Zudem ist es anscheinend das sichereste Land in der Region momentan. Wir werden hier von korrupten Polizisten empfangen und fühlen uns das erste mal unsicher... Mhh, irgendwie stimmt unser Bild mit demjenigen im Lonely Planet nicht ganz überein.
Highlights:
Masaya

Neben den vielen Nächten bei Polizeistationen gibt es hier wieder mal einen Campingplatz! Mit dem Auto kann man hier bis zum rauchenden Krater hochfahren und anschliessend kurze Wanderwege ohne Guide absolvieren. Zur Sicherheit bekommen wir alle einen Helm. Mhh, der hilft sicher viel, wenn der Vulkan ausbricht! Zudem werden wir nett gebeten, unser Auto rückwärts einzuparkieren, dass wir im Notfall auch gleich abfahren können!:-)
Laguna Apoyo

Eigentlich wollten wir hier nur schnell vorbeischauen, aber das Hostel direkt am See hat es uns so angetan, dass wir gleich ein wenig bleiben :-) Schwimmen, im Liegestuhl relaxen und später eine Pizza aus der hauseigenen Pizzeria, SUPER!
Granada
Eigentlich kann man hier am See campen, aber da es in jüngster Zeit anscheinend viele Überfälle gegeben hat, wird uns dringend davon abgeraten :-( Zum Glück gibt es noch die Feuerwehr :-)
Granada selber ist eine herrliche Stadt zum Fotografieren! Die langsam am zerfallenen Kolonialbauten haben einen ganz eigenen Charme. Besonders am späten Nachmittag, wenn alles in ein goldenes Licht getaucht wird, wirkt die Stadt wie verzaubert.
Leon& Las Penitas

Nach Granada ist Leon die zweite schöne Kolonialstadt, die Nicaragua zu bieten hat. Hier steht das grösste Gotteshaus in Zentralamerika, von dessen Dach man eine super Aussicht hat. Zudem hat es noch mehrere andere schöne Kirchen hier, aber mittlerweile sind wir von denen ein wenig gesättigt:-) Daher geht es nach ein paar Stunden weiter zum Strand!

Bei einem Hostel finden wir für eine Nacht Unterschlupf. Kurz nach uns fährt ein Motorad mit Deutscher Nummer ein und auch zwei Velofahrer (lieber die als ich!) aus Deutschland finden den Weg hierher.
Bei einem guten Nachtessen auf der Veranda können wir den Sonnenuntergang geniessen und wissen wieder einmal mehr, warum wir das Reisen so lieben :-)
Schwarzwald

Las Penitas ist anscheinend der heisseste Ort in Zentralamerika... Wir wissen nicht ob das wirklich stimmt, aber heiss war es definitiv! Wir sehnen uns daher nach ein wenig Abkühlung und fahren in die Berge in den Schwarzwald :-) Selva Negra wurde von Deutschen gegründet und ist jetzt ein Resort mit Hotel, Restaurant, Cabanas, Hostel, eigener Kaffeplantage, Laguna und vielen Wanderwegen durch den Nebelwald.
Die Anlage ist riesig und es weht ein kühler Wind :-) Wir müssen uns in der Nacht wieder einmal zudecken und geniessen dies sehr! :-)
Die Polizei

Da es praktisch keine Campingplätze mehr hat, haben wir oft die Nacht bei einer Polizeistation verbracht. (liegt zentral, ist soweit sicher und gratis :-) Wir haben bis jetzt noch nie Probleme mit den "Ordnungshütern" gehabt. Bis auf diesen einen Donnerstag...! Wir werden am Nachmittag das erste Mal angehalten und nach verschiedensten Dokumenten gefragt. Wir haben alles und es scheint uns, als würde das den Polizisten fast ein wenig ärgern. Wir sind froh, als er uns endlich weiterfahren lässt und müssen später am Tag merken, dass uns nach diesem Zusammentreffen unsere Touristenkarte im Pass fehlt, ärgerlich! Es geht nicht all zu lange, da hält uns schon der nächste Polizist an, dieses Mal eine Frau... Wieder verlangt sie alle Papiere und wieder können wir alles vorlegen und wieder scheint die Polizistin darüber nicht so glücklich. Sie schaut uns an und meint, sie müsse meinen Fahrausweis behalten. WAS? WARUM? BIN ICH IM FALSCHEN FILM? Die Erklärung: Ich war kurz auf der rechten der beiden Spuren unterwegs und das darf ich anscheinend nicht...???!!! Den Ausweis kann ich dann morgen in der Stadt wieder abholen, nach dem ich auf der Bank die Busse bezahlt habe. Nach kurzem Hin und Her dann eine "Lösung". Wir bezahlen 30 Dollar (nicht Cordobas, die Landeswährung) und die Sache ist vergessen. Leandro wird gebeten im Auto den exakten Betrag rauszusuchen und anschliessend das Geld im Polizeiauto heimlich zu deponieren. SCHEISSE! Frustriert fahren wir weiter. Wir kommen aber nur wenige Kilometer und schon wieder werden wir rausgewunken, was ist heute eigentlich los?! Der Polizist muss ab unseren verzweifelten Gesichtern schon fast lachen und winkt uns nach : "Was ist es dieses Mal?!" zum Glück wieder weiter und erklärt uns vorher noch, dass heute nationaler Kontrolltag in Nicaragua ist (So macht man das anscheinend hier, wenn wieder einmal ein wenig Geld in die Kasse fliessen muss...) . AHA! Hätte uns das vorher jemand gesagt, wären wir heute nicht weitergefahren! Wir schaffen es tatsächlich in den nächsten Ort, ohne nocheinmal angehalten zu werden. Wenn wir der Polizei schon 30 Dollar gesponsert haben, dann haben wir auch wieder eine gratis Übernachtung an einer Polizeistation verdient. :-)
Mit gemischten Gefühlen nehmen wir Abschied von Nicaragua. Wir haben viele schöne Orte gesehen, aber doch ist uns das Land nicht wirklich ans Herz gewachsen. Viele Leute haben wir hier eher verschlossen angetroffen, ganz anders als in El Salvador. Mal schauen, was das nächste Land zu bieten hat!
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