El Che ist immer noch überall präsent und ab und zu sieht man auch "Viva Fidel y Raul". Wenn wir die Einheimischen auf Fidel ansprechen, bleiben sie meistens sehr zurückhaltend... Nur jemand meint, dass er nicht mit allem einverstanden sei, ihn aber doch für einen "grossen Mann" halte. Wir selber merken, dass wir nicht viel über dieses Land wissen und verbringen diese 3 Wochen auch mit der Suche nach Informationen.
Wirtschaft
In Cuba gibt es nicht nur eine Währung, wie in allen anderen Ländern, sondern 2! Die Pesos Nacionales für die Einheimischen und Pesos Convertibles/ cuc (= 25 Pesos Nacionales) für die Touristen.
Die Cubaner bekommen gewisse Grundnahrungsmittel, wie zum Beispiel Reis, vom Staat gratis. Den Rest müssen sie von ihrem Gehalt, das umgerechnet 15 bis 30 Franken im Monat ist, irgendwie anschaffen. Schwierig wird es mit Dingen wie Shampoo oder zum Beispiel Lebensmittel und Waren für Babys. Dies gibt es in Cuba nur in cuc zu kaufen. Das heisst, sie müssen zuerst einmal an cucs herankommen und dann noch genug davon haben, um sich diese Dinge leisten zu können. Daher werden wir auf den Strasse oft nicht nur wegen Geld angefragt, sondern auch ob wir Seife/Kugelschreiber/Babynahrung/ Windeln haben. Da wir das von anderen Reisenden wussten, haben wir das eine oder andere mit nach Cuba gebracht um einigen Leuten eine Freude zu machen.
Junge Frauen und Männer haben noch ganz andere "Mittel" um an mehr Geld zu kommen. Immer wieder sehen wir sehr alte Männer oder auch Frauen, die sich hier mit der Jugend amüsieren... und dafür wohl auch gerne in die Taschen greifen.
Viele Cubaner leben zudem mit der Unterstützung von Familienangehörigen und Freunden aus dem Ausland.
In den nächsten Jahren wird sich Cuba verändern (müssen), zum Beispiel soll es dann nur noch eine Währung geben. Wir werden gespannt die Weiterentwicklung verfolgen.
Besuch
Die ersten 10 Tage reisen wir gemeinsam mit 2 Freunden aus der Schweiz. Leandro freut das besonders, da er während dem Aufenthalt in Cuba seinen 30. Geburtstag feiert. Wenn Leandro schon ab und zu ein paar Nerven braucht, so ist das im Doppelpack mit "de Badhose" alias Mäse noch um das doppelte ... intensiver... :-)
Wir geniessen die Tage zusammen und der Abschied fällt uns doch ein wenig schwer... Wir merken immer mehr, wie die Vorfreude auf Nachhause wächst. Fehlen uns doch unsere Freunde und Familie!
Übernachtungen
| Dachterrasse in Baracoa |
Das Buchen der Casas läuft zudem super einfach. Wir sagen den Besitzern wo wir als nächstes hin wollen und die kennen meistens jemanden und telefonieren kurz und schon ist die nächste Unterkunft organisiert! Wer plant Cuba zu bereisen und näher in Kontakt mit den Locals zu kommen, sollte unbedingt in den Casas übernachten.
Transport
Für die ersten 10 Tage haben unsere Freunde ein Auto gemietet. Das ist kein wirklich günstiger Spass in Cuba, aber dafür kommt man überall hin. Der Verkehr auf den Autobahnen haltet sich sehr in Grenzen. Mehr Aufmerksamkeit brauchen da eher die Schlaglöcher (für uns nichts Neues :-) Sobald man dann in eine Stadt/ Dorf kommt wird es um einiges spannender!! Da wimmelt es von Velofahrern (die also der "offensiven" Fahrweise der Winterthurer Radlern in nichts nachstehen) , Töff Fahrern, Ochsen, Hunden, Schweinen, Pferdekarren... und natürlich den einen oder anderen Oldtimern.
Die Strasse der Bahia de Cochinos entlang ist dann nochmals ganz anders. X 1000 Krebse überqueren mit hochgehaltenen Scheren die Fahrbahn. Wir probieren ihnen so gut wie möglich aus dem Weg zu fahren. Aber wir hören trotzdem immer wieder ein verdächtiges Knirschen...
Unseren Pneus macht das aber nichts aus... Vorerst einmal. In Trinidad haben wir aber dann doch noch einen Platten. Eine Werkstatt ist schnell gefunden. Sie sieht nicht ganz so aus wie eine in der Schweiz, aber die Not macht die Cubaner erfinderisch. So ist das Loch schnell gefunden (das wurde tatsächlich schon vorher einmal "repariert" und zwar mit einem Kondom! Wie gesagt, "erfindersch" :-) Dieses Mal geht es aber mit einem Stück Gummi , Bügeleisen und einer Presse. Nach knapp 30 Minuten sind wir wieder auf der Strasse und der Pneu hält bis zum Schluss durch!
Die letzten 10 Tage reisen wir ohne unsere Freunde und dem Auto weiter, dafür mit dem Bus von "Viazul". Diese fahren alle für Touristen interessanten Städte an. Sie sind ziemlich komfortabel und mehr als gut klimatisiert. Zu unserer Überraschung fahren sie auch immer pünktlich ab... kommen aber dann doch mit Verspätung an. Das hat natürlich seine Gründe. Kurz eine Auflistung der verschiedenen Stopps, die wir auf unseren 5 Busreisen erlebt haben:
- Mitgenommene Paket abliefern
- Schulkinder mitnehmen und wieder rausgelassen
- Fleisch einkaufen
- Bier einkaufen für neugewonnene Freunde im Bus
- Pinkelpause der biertrinkenden Freunde
- eine Frau kommt mit einer Tasse Kaffe für die Chauffeure kurz rein, wartet bis die Herren ausgetrunken haben und geht wieder
- Zigarren rauchen
- im Restaurant 45 Minuten halten, damit sie essen können
- Kaffeepause bei der Polizeistation
- kurzer Halt, damit wir Touristen an einem Stand etwas einkaufen können
- Natürlich nochmals der eine oder andere Zigarrenstopp
- Kurz Bekannten auf der Strasse "Hallo" sagen und nach dem Befinden fragen
Meistens (ausser der Tank hat ein Loch und wir müssen auf einen anderen Bus warten) kommen wir mit etwa 45 Minuten Verspätung dann aber wohlbehalten am Ziel an :-)
Reisehighlights:
- Durch die Strassen von Havanna Vieja schlendern
- Zigarrenplantage nähe Pinar del Rio besuchen und genüsslich eine rauchen
- Von einem Mirador aus den Blick über das Valle Vinales schweifen lassen
- Schnorcheln in der Bahia de Cochinos
- Die Altstadt von Trinidad erkunden
- Sich am Strand von Pilar (Cayo Guillermo) in der Sonne räkeln
- Die ruhige Fussgängerzone in Sancti Spiritus geniessen
- Eine Fahrt in einem "Truck" mit den Einheimischen in Santiago de Cuba
- Schokoeis und Cucuruchu (Masse aus Mango, Papaya, Kokosnuss, Honig...) in Baracoa essen
- Am Abend mit Freunden eine Cola mit Rum trinken und dazu Karten spielen
- Im Park den Herren beim Dominospielen zuschauen und staunen, wie actionreich dieses Spiel sein kann!
| Truck in Santiago |
Cuba hat neben viel Kultur auch schöne Städte, Strände und Parks zu bieten. 3 Wochen Cuba waren für uns gerade richtig und wir sind sehr positiv überrascht, wie gut und einfach es geht das Land zu bereisen. Wir können Cuba als Reiseland nur jedem weiterempfehlen! Aber geht schnell, bevor die Amerikaner ins Land einfallen und alles anders wird :-)
Weiterreise
Nun sind wir wieder zurück in Mexiko, in der Zivilisation mit Internet :-) In den nächsten 3 Wochen geht es quer durchs Land bis nach Loredo, wo wir die Grenze zu den USA passieren. Besonders freuen wir uns noch auf Palenque und Mexiko City!
Wir melden uns wieder aus Texas.