Mittwoch, 19. Dezember 2012

Baja California

Jeder Amerikaner, dem wir erzählt haben, wir fahren nach Mexiko, wollte uns die Idee ausreden. Jeder hatte mind. eine Geschichte parat, in der jemand in Mexiko erschossen, erstochen, ausgeraubt wurde oder am besten alles zusammen :-) Wir haben in den letzten 2.5 Wochen aber feststellen müssen, dass an Mexiko eingentlich nur etwas richtig gefährlich ist: Man kann ab all den netten, hilfsbereiten Menschen und der wunderschönen Landschaft hier stecken bleiben!:-)


Von San Diego fahren wir nach Tecate. Die Zollformalitäten sind schnell erledigt und auch die Autoversicherung ist keine grosse Sache.
Kaum übertreten wir die Grenze nach Mexiko, ist plötzlich vieles ganz anders. Es gibt keine Überganszone von den USA her... wir sind mit einem Schlag plötzlich mitten drin!
An das eine oder andere müssen wir uns zuerst noch gewöhnen...

Die sanitären Anlagen sehen teils ein wenig anders aus :-)


Die Strassen stellen Alfonso vor ganz neue Herauserforderungen :-)


Immer wieder kommen wir an Militärkontrollen vorbei, die uns meist freundlich nach einem Souvenir aus der Schweiz fragen (am liebsten Münzen:-)


Es stehen überall Schilder, die darauf hinweisen, dass man die Verkehrssignale beachten muss... aber anscheinend gehören wir zu den wenigen, die Spanisch verstehen :-)

 

Das Angebot in den Supermärkten ist nicht immer mit dem der Migros oder Coop zu vergleichen :-)
 
 


Jetzt könnte man meinen, dass dies alles abschreckend auf uns wirkt... Aber eigentlich ist das völlige Gegenteil der Fall. Es ist herrlich hier zu reisen! :-) Es ist zwar teils sehr chaotisch hier, aber dafür auch sehr relaxt. Kleines Beispiel: Auf die Frage im ersten Campingplatz in Mexiko, wann wir dann auschecken müssen, kommt die Antwort: Wann wollt ihr dann? Zudem ist das Essen einfach super :-)

Wir könnten euch jetzt seitenweise vorschwärmen, was wir in den letzten Wochen alles erlebt, gesehen und wen wir getroffen haben (z.b. Franco aus Italien, der mit seiner Vespa auf dem Weg nach Patagonien ist, oder ein nettes junges Paar aus Deutschland mit ihrem 2 jährigen Kind, die mit dem Velo vor 7 Monaten in Alaska begonnen haben und das gleiche Ziel wie Franco haben) Aber eigentlich legen wir uns jetzt lieber wieder in die Hängematte und geniessen einen guten Margarita, während wir die Pelikane beim Fischen beobachten! Prost!




Am 21. Dezember geht es mit der Fähre ans Festland nach Topolobampo. Wir verschiffen gemeinsam mit einem deutschen Pärchen, mit denen wir auch Weihnachten verbringen werden.

Wir wünschen schon jetzt allen gaaaaanz schöne Festtage und ein gutes neues Jahr!





Montag, 3. Dezember 2012

Bye Bye USA - Hola Mexiko

 
Seit dem letzten Blogeintrag ist das fettige Thanksgivingessen (Turkey mit Gravy, verschiedene Gänge dazwischen und zum Schluss Pumpkin Pie, zum Glück verdaut :-)

Am Tag nach Thanksgiving müssen wir das eine oder ander einkaufen gehen und müssen merken, dass nicht nur wir unterwegs sind sondern Massen von anderen Leuten auch! Wir erfahren, dass "Black Friday" ist. An diesem Tag schreiben die Geschäfte "schwarze Zahlen". Für viele Amerikaner ist das Einkaufen ein richtiger Event... Früh aufstehen und das eine oder andere Mal die Kreditkarte zücken.

Vor der Abfahrt nach Phoenix entscheiden wir spontan, dass wir doch lieber eine ganz andere Route nehmen möchten. Der längste ununterbrochene Teil der historischen Route 66 beginnt ganz in der Nähe von Flagstaff. Wir wollen Alfonso diese Erfahrung nicht entgehen lassen und machen uns auf nach Seligman. Von dort geht es über Kingman und Oatman (kurz den um-Futter-bettelnden-Eseln Hallo sagen) nach Topock.



 
 
Einen Tag später finden wir uns in Lake Havasu City wieder und wissen nicht mehr ganz genau in welchem Land wir sind... Hier steht nämlich die London Bridge und drumherum  pseudo-kitschige englische Pubs und Shops. Die Brücke hat tatsächlich einmal in London gestanden und wurde von einem reichen Amerikaner gekauft, hierher verschifft und wieder aufgebaut!


In Lake Havasu City werden wir von zwei Schweizern angesprochen. Es stellt sich heraus, dass die zwei netten Zürcher bereits seit 12 JAHREN auf Reisen sind. Wir verbringen bei einem guten Nachtessen einen tollen Abend und staunen ab all den Geschichten, die sie zu erzählen haben!! Am Morgen holen wir nochmals ein paar Tipps für die Reise durch Mittelamerika ein und verabschieden uns in Richtung Joshua Tree NP.

Joshua Tree NP

Ein Paradies für Kletterer!!! Wir staunen ab all den kuriosen Steinformationen, machen uns auf die Suche nach der verlorenen Palmenoase, freuen uns ab einem Coyoten, der unbeeindruckt an uns vorbeiläuft und werden von einem Disposaurus Dorsalis (Kängururatte :-) besucht.


Am Abend gibt es für den Bäcker Leandro eine Premiere, sein erstes Schlangenbrot! Wurde aber auch höchste Zeit! Mit seiner Unterstützung, schaffe ich es sogar einmal das Brot nicht noch halb "teigig" zu essen :-) Beim Lagerfeuer und unter sternenklarem Himmel kommen wir auf unsere Idee für eine nächste Reise: PANamericana. Einen fahrbaren Bäckereiwagen vom Militär hinter Alfonso anhängen und den Leuten links und rechts der Panamericana richtiges Schweizer Brot näher bringen! Investoren gesucht :-)


Vom idyllischen Joshua Tree NP geht es nach Palm Springs. Eine Oase für jeden Golfer. Knapp 100 Golfplätze befinden sich in und um dieses Städtchen. Überall dort, wo es ein Resort hat, ist es wunderschön grün und Blumen blühen in allen Farben - links und rechts davon Wüste...

Diese künstliche Umgebung ist für uns auf die Dauer nichts und wir flüchten in ein Palmenmeer in den Indian Canyons.

Nach knapp 4 Wochen kehren wir wieder an die Küste Californiens zurück. Von Oceanside geht es auf der Historic Route 101 nach San Diego. In Encenitas lassen wir unseren Fonsi in einer VW Garage nochmals durchchecken, um sicher zu gehen, dass er gut vorbereitet die nächste Etappe in Angriff nehmen kann.

Amerika in Zahlen:

Anzahl Nächte in den USA: 63

Anzahl Nächte verbracht im Alfonso: 63 :-)

Gefahrene Kilometer: ca. 11'000 km

Geschossene Fotos: ca. 3000

Bereiste Staaten: 9

Ausgaben: ca. 40 Fr. pro Tag pro Person (inkl. Outletshopping :-)

Besuchte National/ State Parks: 33

Gegessene Burger: zu viele um sie zu zählen :-)

Höchster Punkt: 2784 m.ü.M. (Rainbow Point, Bryce Canyon)

Kälteste Nacht: -13 °

Burgerrating
Leandro hat seine Aufgabe sehr ernst genommen :-)
Nach drei Hauptfaktoren wurden die Favoriten bestimmt: Burger, Pommes und Ambiente.
1. Platz: Johnny Rockets
2. Platz: Wendy's
3. Platz: Carl's Junior
Folgende Burgerketten haben es nicht in die Top 3 geschafft:
Mc Donalds, Burger King, Jack in the Box, Black Bear Diner, Hooters (Ambiente hat überzeugt, Rest weniger :-), Denny's, in-n-out Burger.

Amerika hat uns wirklich gefallen, aber jetzt freuen wir uns auf etwas Neues.

Zwei Reisende haben uns gesagt, dass reisen durch Nordamerika ein bisschen wie im Altersheim ist... Auch mit 90 kommt man hier noch gut durch. Im Süden wird es da schon abenteuerlicher. Und genau auf das freuen wir uns, haben aber auch zugleich einen gesunden Respekt davor. Wenn wir uns nicht wohl fühlen, mit dem eigenen Auto durch Mexiko/ Mittelamerika zu reisen, haben wir einen
Plan B:
Zurück in die USA, Auto einzustellen und Südamerika mit dem Öffentlichen Verkehr bereisen. Im Anschluss könnten wir zurückfliegen und mit Alfonso von San Diego an die Ostküste weiterreisen und von dort nach Hause verschiffen.
Es gibt sogar einen Plan C :-)
Mit Alfonso bis nach Panama, dort nach Hause verschiffen und wir selber fliegen nach Buones Aires und "arbeiten" uns mit ÖV nach Kolumbien durch.

Heute geht es in Tecate über die Grenze nach Mexiko zur Baja California. Unsere erste Destination wird Ensenada sein. Dort müssen wir zuerst einmal eine mexikanische Autoversicherung lösen (tönt schon mal nach Spass :-), bevor es weiter in den Süden geht.